All the world’s a stage…: d’2CA am Theater

Hiroshima, mon amour

 

Am 14. Dezember 2018 besuchte unsere Klasse, zusammen mit unser Deutschlehrerin, die Vorstellung „Hiroshima, mon amour“ im Théâtre national du Luxembourg (TNL). Die Geschichte beruht auf dem Drehbuch, das Marguerite Duras Ende der 50er Jahre für den Film von Alain Renais schrieb und wurde hier von Betrand Marcos, einem jungen Regisseur, neu inszeniert. Das Stück ist wie ein Dialog aufgebaut, aber nur eine einzige Darstellerin steht auf der Bühne, die Schauspielerin Fanny Ardant. Diese führt während ungefähr einer Stunde ein Gespräch mit einem Mann, der mit der Stimme von Gérard Depardieu spricht, aber den das Publikum nicht sehen kann. Die Bühne ist leer, ohne jeglichen Dekor außer einem schwarzen Sessel und der hoch gewachsenen, zarten Gestalt von Fanny Ardant, die schwarz bekleidet in der Dunkelheit steht und sich direkt an das Publikum zu wenden scheint.

 

Fanny Ardant ist eine bekannte französische Schauspielerin und Filmregisseurin. Sie wurde am 22. März 1949 in Saumur, Maine-et-Loire, geboren. Sie wuchs in Monaco auf und besuchte dort dieselbe Klosterschule wie Prinzessin Caroline. Ihre Eltern legten großen Wert auf eine ordentliche Ausbildung und verboten ihr deswegen, Schauspielerin zu werden. Ardant studierte also Politologie, aber sobald sie ihr Studium abgeschlossen hatte, entschied sie sich, sich doch mit der Schauspielkunst zu beschäftigen. Was, wie sich einige Jahre später herausstellte, wohl die beste Entscheidung ihres Leben war, denn sie hat in ihrer langen Theater-und Filmkarriere viele Auszeichnungen erhalten.

 

Das Theaterstück „Hiroshima, mon amour“ handelt von der Beziehung zwischen einer Französin und einem japanischen Architekten in Hiroshima. Mit ihm spricht sie über ihre Kindheit in Nevers, ihre Heimatstadt, und über ihre vergangene Liebe zu einem deutschen Soldaten, der kurz vor Ende des Zweiten Weltkriegs vor ihren Augen von den Einwohnern ihrer Stadt ermordet wurde, bevor man ihr den Kopf rasierte als Zeichen ihrer Schande. Sie flüchtete anschließend nach Paris, wo sie in den Nachrichten vom Abwurf der Atombombe auf Hiroshima hörte. Einige Jahre später reist sie selbst nach Hiroshima, wo sie den Architekten kennen lernt.

 

Es ist erstaunlich, dass ein Monolog eine solche Menge an Gefühlen enthalten und das Publikum in seinen Bann ziehen kann. Die Liebe zu dem deutschen Soldaten in Nevers hat Spuren in ihrem Leben hinterlassen und diese schönen Momente wird sie sich auch nicht durch die schreckliche Tat nehmen lassen. Um ihre Gefühle und Empfindungen zu beschreiben, vergleicht sie sich mit der Stadt Hiroshima, in der die Katastrophe des Atombombenabwurfs nur Zerstörung hinterlassen hat. Mit der Idee von Vergänglichkeit und Vergesslichkeit wird auch gespielt, indem der männliche Erzähler mehrmals den Satz „Tu n’as rien vu à Hiroshima” wiederholt um diese Idee von Zerstörung und Leid , aber auch die Möglichkeit eines Neuanfangs zu verstärken.

 

Wir sind der Meinung, dass man, um den Text richtig zu verstehen und zu schätzen, eine gewisse Reife braucht, die mit dem Alter und mit eigenen Lebenserfahrungen einhergeht. Hinzu kam, dass es für viele Schülerinnen zu anstrengend war, ununterbrochen nur einer einzigen Person zuzuhören, die sich kaum bewegte. Ohne Dekor und Aktion zog das Stück sich für die meisten sehr in die Länge und die Müdigkeit des ganzen Tages forderte ihren Tribut.

 

Uns beiden hat das Stück trotzdem gefallen, auch wenn wir nicht alles verstanden haben. Besonders beeindruckt waren wir von der wunderbaren Fanny Ardant, die im Alter von 69 Jahren noch immer so lebendig, elegant und graziös eine ganze leere Bühne ausfüllt.

 

Beatriz und Léa, 2CA